Persönlichkeiten

Die Auswahl der dargestellten Personen beruht auf allgemein zugänglichen Quellen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Bild zeigt eine steinerne Reliefdarstellung von Markgraf Dedo III. mit lockigen Haaren und Kopfbedeckung. Er ist frontal dargestellt und trägt ein Gewand mit über die Schulter gelegtem Mantel.

Markgraf Dedo III., genannt der Feiste oder der Fette († 1190) war Graf von Wettin, Herr von Rochlitz und ab 1185/86 Markgraf der Lausitz. Als Sohn des Markgrafen Konrad von Meißen erhielt er 1156/57 die Herrschaft Rochlitz sowie die Vogtei über das Hochstift Naumburg.

Dedo stand in enger Verbindung zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa, nahm an mehreren Heerzügen teil und trat 1177 beim Frieden von Venedig als kaiserlicher Zeuge auf. Politisch arbeitete er eng mit Erzbischof Wichmann von Magdeburg zusammen und beteiligte sich an den Auseinandersetzungen gegen Herzog Heinrich den Löwen.

Rochlitz bildete einen Schwerpunkt seiner Herrschaft. Von hier aus förderte er Rodung und Besiedlung und stiftete 1168 das Augustiner-Chorherrenstift Zschillen (heute Wechselburg) als Grablege seiner Familie. Dedo starb 1190 an den Folgen einer misslungenen Operation.

Das Bild zeigt ein historisches Gemälde von Friedrich von Sachsen, genannt Friedrich der Weise. Er ist mit lockigem Haar und Bart in Rüstung, der ein Schwert hält und einen roten Schulterpanzer mit schwarzem Kreuz trägt dargestellt. Im Hintergrund sind goldene Schriftzüge zu sehen.

Friedrich von Sachsen (1473–1510) war von 1498 bis 1510 Hochmeister des Deutschen Ordens. Der Sohn Albrechts des Beherzten erhielt eine umfassende Ausbildung an mehreren Universitäten und trat 1498 gezielt in den Deutschen Orden ein.

Als Hochmeister führte er weitreichende Verwaltungs-, Finanz- und Rechtsreformen durch, mit denen er den Ordensstaat neu organisierte und stabilisierte. Wichtige Meilensteine waren die Preußische Landesordnung von 1503 und die Kriegsordnung von 1507.

Aufgrund der angespannten Beziehungen zu Polen verlegte Friedrich 1507 seine Residenz nach Rochlitz, wo er 1510 starb. Beigesetzt wurde er im Dom zu Meißen.

Das Bild zeigt ein historisches Porträt von Elisabeth von Sachsen. Dargestellt ist eine Frau mit roter Kopfbedeckung und reich verzierter roter Kleidung, die Schmuckketten und einen verzierten Kragen trägt und seitlich nach links blickt.

Elisabeth von Sachsen (1502–1557), geborene Prinzessin von Hessen, war durch ihre Ehe Erbprinzessin von Sachsen. Nach dem Tod ihres Mannes Johann verwaltete sie ihr Wittum mit den Ämtern Rochlitz und Kriebstein selbstständig und wurde als „Elisabeth von Rochlitz“ bekannt.

Sie setzte sich früh am Dresdner Hof durch und wirkte diplomatisch in Familien- und Glaubensfragen. Ab 1537 lebte sie in Rochlitz, förderte dort die Einführung der lutherischen Lehre und unterstützte den Schmalkaldischen Bund, den sie im Krieg auch geheim mit Informationen versorgte. Nach 1547 lebte sie in Schmalkalden, wo sie 1557 starb.

Das Bild zeigt eine historische Druckgrafik von Johannes Mathesius. Dargestellt ist ein bärtiger Mann mit kurzem Haar und Pelzkragen, der ein Buch in der Hand hält und frontal dargestellt ist.

Johannes Mathesius, auch Johann Mathesius (1504–1565), Wegbegleiter Martin Luthers schrieb dessen Biografie und gab seine Tischreden heraus. Als Lehrer, Rektor und Pfarrer entfaltete Mathesius eine große Wirksamkeit. 


Seine Persönlichkeit, sein umfassendes Wissen und seine Aufgeschlossenheit brachten ihn weit über die Grenzen seines Geburtsortes Rochlitz und seiner späteren Wirkungsstätte Joachimsthal hinaus großes Ansehen. Seit 1904 erinnert ein Denkmal vor dem Westportal der Kunigundenkirche an den Theologen und Reformator. Das Rochlitzer Gymnasium trägt seinen Namen. 

Das Bild zeigt eine helle Büste des Juristen Karl Gottlieb Haubold. Dargestellt ist der Kopf und Oberkörper eines Mannes mit kurzen Haaren und ausgeprägten Koteletten, der eine historische Kleidung mit Halstuch und Mantel trägt. Unter der Büste steht sein Name.

Carl Gottlieb Haubold (1783–1856) war ein deutscher Unternehmer und Begründer des Chemnitzer Maschinenbaus. Aus einfachen Verhältnissen stammend, erlernte er das Zimmererhandwerk und erwarb sich in sächsischen Maschinenspinnereien umfangreiche technische Kenntnisse.

1811 gründete er eine eigene Maschinenbauwerkstatt für mechanische Spinnmaschinen, die er in den folgenden Jahrzehnten stark ausbaute. Seine Betriebe nutzten Wasser- und Dampfkraft, beschäftigten zeitweise mehrere hundert Arbeiter und waren über Sachsen hinaus bekannt. Haubold prägte den Aufstieg Chemnitz’ zum Maschinenbauzentrum; bedeutende Unternehmer wie Richard Hartmann begannen bei ihm ihre Laufbahn. Zuletzt wirkte er als Fabrikant in Rochlitz, wo er 1856 starb.

Das Bild zeigt ein historisches Schwarz-Weiß-Porträt von Wilhelm Eduard Schmeißer. Dargestellt ist ein Mann mit Vollbart und zurückgekämmtem Haar, der einen Anzug mit Weste und Fliege trägt.

Wilhelm Eduard Schmeisser (1817–1882) absolvierte seine Ausbildung zum Orgelbauer bei Johann Andreas Hesse in Lunzenau. Nach beruflichen Stationen in Dessau, Halberstadt und Bernburg ließ er sich schließlich in Rochlitz nieder.

Am 22. Juli 1844 gründete er hier seinen eigenen Orgelbaubetrieb und legte damit den Grundstein für ein Familienunternehmen, das die Stadt über viele Jahrzehnte prägen sollte. Bis zum Jahr 1878 schuf Wilhelm Eduard Schmeisser insgesamt 30 Orgeln.

Mit seinem Wirken begründete er eine Orgelbautradition in Rochlitz, die bis 1974 fortbestand und zahlreiche bedeutende Instrumente hervorbrachte. Noch heute zeugen die Schmeisser-Orgeln in der Kunigundenkirche und der Petrikirche von dieser handwerklichen und musikalischen Leistung.

Das Bild zeigt ein historisches Schwarz-Weiß-Porträt von Friedrich Wilhelm Putzger. Dargestellt ist ein Mann mit Schnurrbart und runder Brille, der einen dunklen Anzug mit Fliege trägt.

Friedrich Wilhelm Putzger (1849–1913) war ein deutscher Pädagoge, sächsischer Schulaufsichtsbeamter und Schulbuchautor. Bekannt wurde er vor allem als Begründer des bis heute erscheinenden „Putzger – Historischer Weltatlas“, eines der erfolgreichsten Geschichtsatlanten im deutschsprachigen Raum.

Nach seiner Ausbildung zum Lehrer und Tätigkeiten in Deuben und Rochlitz wirkte Putzger dort als Oberlehrer, Schuldirektor und Initiator der heutigen Stadtbibliothek. Ab 1892 war er als Königlich Sächsischer Bezirksschulinspektor in Auerbach, Borna und zuletzt Plauen tätig.

Sein 1877 erstmals erschienener Geschichtsatlas überzeugte durch klare, didaktisch reduzierte Karten und fand rasch weite Verbreitung. Obwohl spätere Auflagen von anderen Historikern bearbeitet wurden, erscheint der Atlas bis heute unter Putzgers Namen und prägte über Generationen hinweg den Geschichtsunterricht in Deutschland. Putzger starb 1913 in Plauen kurz vor seiner Pensionierung.

Das Bild zeigt ein Schwarz-Weiß-Porträt von Manfred Börner. Dargestellt ist ein Mann mit kurzen, seitlich gescheitelten Haaren, der einen Anzug mit Hemd und Krawatte trägt und leicht zur Seite blickt.

Manfred Börner (1929–1996) war ein deutscher Physiker und ein Pionier der optoelektronischen Nachrichtenübermittlung. Geboren in Rochlitz, wuchs er in der Dresdner Straße auf und besuchte dort die Volks- und Oberschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb ihm in der Sowjetischen Besatzungszone zunächst ein Studium verwehrt.

Nach einer Lehre als Rundfunkmechaniker in Rochlitz nahm Börner 1949 an der Freien Universität Berlin ein Studium der Physik und Mathematik auf, das er 1954 erfolgreich abschloss. Anschließend arbeitete er als Physiker am Forschungsinstitut der Firma Telefunken und zog 1955 mit dem Unternehmen nach Ulm.

International bekannt wurde Börner durch seine grundlegenden Beiträge zur optischen Übertragungstechnik. Sein Vorschlag aus dem Jahr 1965, digitale optische Übertragungssysteme auf der Basis von Laserdioden, Glasfasern und Photodioden zu realisieren, gilt als wegweisend. Für diese Leistungen erhielt er 1990 den Eduard-Rhein-Preis. Börner starb 1996 in Ulm.